K.O.-Tropfen

K.O.-Tropfen sind ein Sammelbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher, schnell betäubend wirkender Substanzen (sowohl rezeptpflichtige Medikamente als auch illegale Mittel vom Schwarzmarkt). Heimlich in ein Getränk gegeben, werden die Präparate, deren Palette von Schlaf- und Beruhigungsmitteln bis hin zu Psychopharmaka reicht, sehr gezielt eingesetzt: sie sollen Mädchen und (junge) Frauen betäuben und willenlos machen, um sie anschließend zu vergewaltigen. K.O.-Tropfen sind geruch- und farblos. Je nach Substanz können sie auch geschmacksneutral sein.

Im Wesentlichen bestehen K.O.-Tropfen aus Benzodiazepinen, Barbituraten (Beruhigungs- und Schlafmitteln) und Chloralhydrat. Meist werden solche Tropfen verwendet, die unauffällig verabreicht werden können, sehr rasch wirken und eine psychovegetative und motorische Dämpfung mit nachfolgender Erinnerungsstörung für die Zeit ab der Einnahme verursachen. Zusammen mit der Einnahme von Alkohol wird die Wirkung verstärkt.

Die Substanzen werden den Opfern häufig an öffentlichen Orten, wie etwa in Diskotheken oder Kneipen, in einem unbeachteten Moment ins Getränk gemischt.

Die Wirkung von K.O.-Tropfen

Die Wirkung der Substanzen ist dosisabhängig.

K.O.-Tropfen können niedrig dosiert zunächst enthemmend wirken. Die Opfer fühlen sich willenlos. Je nach Dosis und Reinheitsgrad sowie körperlicher Verfassung des Opfers führen die Drogen innerhalb kurzer Zeit zu Sprach- und Wahrnehmungsstörungen, Benommenheit und Bewusstlosigkeit. Insbesondere in Kombination mit Alkohol, können Nebenwirkungen wie Krämpfe, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheitszustände und Atemnot auftreten, bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen wie Koma und Atemstillstand.

Was tun bei Verdacht auf K.O.-Tropfen?

Mädchen und Frauen, die den Verdacht haben, K.O.-Tropfen verabreicht bekommen zu haben, sollten sich schnellstmöglich an die Polizei, einen ärztlichen Notdienst oder an eine Beratungsstelle wenden. Die Nachweisbarkeit im Blut ist je nach Substanz nur wenige Stunden möglich.

Betroffene sollten sich auch bei übermäßigem Alkoholkonsum nicht scheuen, den Verdacht zu äußern. Bei einer ärztlichen Untersuchung sollte immer eine Urin- und eine Blutprobe genommen werden.

Wenn du noch unsicher bist, ob du Anzeige erstatten möchtest, kannst du dich an eine Untersuchungsstelle des Netzwerkes ProBeweis wenden um anonym Beweise zu sichern:

• Krankenhaus Marienstift gGmbH, Zentrale, Helmstedter Straße 35, 38102 Braunschweig,    Tel. 0531 – 7011 100
• Städtisches Klinikum Braunschweig, Frauenheilkunde, Celler Str. 38, Tel. 0531-595 327
• Städtisches Klinikum Braunschweig, Unfallchirurgie, Orthopädische Chirurgie,                        Holwedestr. 16, 38118 Braunschweig, Tel. 0531 – 595 1450

Weitere Adressen und Informationen unter https://www.probeweis.de

Wie können sich Mädchen und junge Frauen schützen?

An öffentlichen Orten oder auf Parties sollten Sie immer ein Auge auf das eigene Getränk haben und keine offenen Getränke annehmen. Im Zweifel bestellen Sie sich lieber etwas Neues. Bei Übelkeit oder Unwohlsein sollten Sie unbedingt Freunde, Freundinnen oder Personal ansprechen und wenn Ihnen irgendetwas was komisch vorkommt, ist es immer ok zu gehen (am besten mit einer Freundin/einem Freund).

Lassen Sie Freundinnen und Freunde, die hilflos erscheinen, nicht alleine.

Was können Jungen und Männer tun?

Hinschauen statt wegsehen und im Zweifel handeln. Das bedeutet, sich um Freundinnen zu kümmern, die scheinbar zu viel getrunken haben und denen schlecht ist. Es ist wichtig, sie nicht allein zu lassen. Es ist immer ratsam, Personal oder Türsteher aufmerksam zu machen, wenn man einen Verdacht hegt.

Verantwortungsvolles Handeln kann auch bedeuten, sich einzumischen und Stellung zu beziehen, wenn man etwa von Kumpels erfährt, dass sie K.O. – Tropfen benutzen wollen, um Mädchen gefügig zu machen.  Die reine Beschaffung und der Besitz von K.O. – Tropfen sind ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der Einsatz von K.O. – Tropfen stellt eine schwer kriminelle Handlung dar, die mit Haftstrafe belegt wird.

Auch Jungen und Männer, die Opfer von K.O.-Tropfen geworden sind, können sich Unterstützung holen bspw. bei der Beratungsstelle pro familia Braunschweig, Tel: 0531 – 329385, www.profamilia.de

Die Kampagne „Ich lass mich nicht K.-o.-Tropfen“, gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, möchte potenzielle Opfer sensibilisieren, sich besser vor bewusstseinstrübenden Substanzen zu schützen. Denn die eintretende Willens- bzw. Bewusstlosigkeit befähigt Täterinnen oder Täter Sexual- und Raubdelikte zu begehen. Der Niedersächsische Landtag hatte sich dafür ausgesprochen, stärker auf dieses Thema aufmerksam zu machen.